Im Rahmen meiner erziehungswissenschaftlichen und (medien-)bildungstheoretischen Forschung interessiere ich mich vor allem für (Subjekt-)Bildungsprozesse unter Bedingungen von Digitalität und für deren (historische) Gewordenheiten. Auf der Folie subjektzentrierter Perspektiven blicke ich kritisch auf häufige Vorstellungen von Optimierbarkeit, sei es durch Evidenzbasierung oder jüngst durch digital-algorithmische Daten.

Wie also können und müssen wir (Subjekt-)Bildung in einer datafizierten Gegenwart denken, die sich im Spannungsfeld von Digitalisierung und Digitalität bewegt?


Ringvorlesung
Medien & Bildung

Winter 2022|2023

Gemeinsam organisieren Kai-Uwe Hugger und ich in diesem Winter eine Ringvorlesung zum Konnex von Medien und Bildung.

Dabei setzen wir vier thematische Schwerpunkte:

  1. Historische Zugänge zu Medien und Bildung
  2. Datafizierung | Big Data | Data Literacy
  3. Code | Algorithmen | ›Künstliche Intelligenz‹
  4. MedienVielfalt: (Bewegt-)Bilder | Social Media | Augmented Reality

Ziel der Ringvorlesung ist, die Bedeutung von (digitalen) Medien und deren möglichen Wandel in (informellen, formalen und non-formalen) Lern- und Bildungskontexten darzustellen und vor dem Hintergrund von aktuellen Diskursen der Erziehungswissenschaft und erziehungswissenschaftlichen Medienforschung zu reflektieren und zu diskutieren.

Gäste sind herzlich willkommen.

Kritische Perspektiven auf (Subjekt-)Bildung in einer datafizierten Gegenwart in der aktuellen merz Wissenschaft

Dezember 2022

Im Dezember ist das Themenheft Digitalität und Souveränität. Braucht es neue Leitbilder der Medienpädagogik? der merz Wissenschaft erschienen.

Ich freue mich, dass sich darin mein Beitrag zu Fragen von Nicht-Souveränität und subjektiver Relationalität findet. Darin lege ich Optimierungslogiken und eine Diskrepanz zwischen einem Selbstbestimmungspostulat bei gleichzeitiger Orientierung an präskriptiv-normativen Kompetenzen offen.

Angesichts algorithmischer Präfigurationen in einer Kultur der Digitalität gilt es meines Erachtens stärker die hervorbringenden Bedingungen der Subjekt-, aber auch der Menschwerdung in den Fokus zu rücken. Denn indem wir forscherisch die »strukturellen Agenten von Subjektiva- tionsprozessen« (Engel/Karpowitz 2022: 203) in einer Kultur der Digitalität ausmachen, scheint kritische Handlungsfähigkeit möglicherweise dort auf, wo das Subjekt seine Souveränität riskiert und sich in seiner Nicht-Souveränität befragt.

»Formatierte (A)Normalität« im Band Das (A)Normale in der Pädagogik

Oktober 2022

Im Oktober ist der Band Das (A)Normale in der Pädagogik bei Klinkhardt erschienen, der in differenz- und bildungstheoretischer Perspektive verschiedenen Diskursen zur Hervorbringung des pädagogischen (A)normalen zwischen 1900 und 1970 nachgeht.

Darin enthalten ist mein Beitrag zur ›Formatierten (A)Normalität‹, in dem ich machtvolle Konstellationen, historische Gewordenheiten und die Erzeugung von ›Wissen‹ im Kontext des deutschen Kolonialismus nicht nur auf inhaltlicher Ebene zu fassen suche, sondern sie ebenso in einen größeren mediengeschichtlichen Kontext einordne.

Am Beispiel des historischen Kolonialromans für Kinder und Jugendliche geht es also um Formate, Formatierungen und damit einhergehende (A)Normalisierungen jenseits formaler Bildungskontexte.

»Schalte die Premiumversion frei«
(Subjekt-)Bildung zwischen algorithmischer Kuratierung und Kapitalismus

Juni 2022

Im Rahmen der Tagung der Initiative Bildung und digitaler Kapitalismus habe ich im Juni kritische Perspektiven auf (Subjekt-)Bildung in der soziotechnischen Interaktion zwischen algorithmischer Kuratierung und Kapitalismus geworfen. Unter dem Topos der ›algorithmischen Wiederentdeckung der Freundlichkeit‹ bin ich kapitalistischen Logiken im Kontext von Self-Tracking nachgegangen – am Beispiel von Menstruations-Apps.


Den zugehörigen Impulsvortrag stelle ich hier gerne zur Verfügung und freue mich über Anregungen zum Weiterdenken. Hier steht er zudem – wie auch alle anderen Impulse – als Video zur Verfügung. (Bild: In-App-Screenshot)

Power relations, preservation and voice. Writing histories of education with autobiographical materials
Special Issue

Mai 2022

Was 2019 in Porto mit einem von uns organisierten Pre-Conference Workshop bei der 41. International Standing Conference for the History of Education (ISCHE) begann, ist nun frisch erschienen in der Paedagogica Historica: Gemeinsam mit Karen Lillie (MPIfG) und Lisbeth Matzer (LMU) habe ich ein Schwerpunktheft zur methodischen Arbeit mit autobiografischem Material in der (historischen) Erziehungswissenschaft herausgegeben.

Angesichts meiner subjektzentrierten Perspektiven auf die Transformation schulischer Kontexte im Zuge von Digitalisierung erscheint mir die Arbeit mit autobiografischem Material zentral, da sie sich in besonderem Maße zur Datenerhebung zwischen Formalität und Informalität eignet. Hierin sehe ich das Potenzial, ein umfassenderes Bild von Lern- und Bildungsprozessen angesichts der Digitalisierung von Schule bzw. in einer Kultur der Digitalität zu zeichnen.


Kreuzfahrtreisen bildet? im Band On the Beaten Track

Mai 2022

Im Mai ist der Band On the Beaten Track bei J.B. Metzler erschienen, der dem Zusammenhang von Reisen und Bildung im Zeitalter des Massentourismus nachgeht.

Darin enthalten ist mein Beitrag zur Frage Kreuzfahrtreisen bildet?, in dem ich ausgehend vom Topos ›Reisen bildet‹ herausarbeite, dass es im Kontext des massentouristischen Phänomens der Kreuzfahrtreise durchaus um die ›Bildung‹ von Subjekten geht, allerdings weniger im Sinne transformatorischer Bildung als vielmehr im Sinne einer subjektivationstheoretisch verstandenen Disziplinierung, die ›gesellschaftsadäquate‹ Subjekte hervorzubringen sucht.

Abschließend eröffne ich entlang des Spannungsfeldes von Massentourismus, Optimierung und Datafizierung eine Perspektive auf transformatorische Bildung in Zeiten der Digitalität.


Views on Europe bei De Gruyter

April 2022

Im April ist der Band Views on Europe, den ich gemeinsam mit Elke Kleinau herausgebe, bei De Gruyter erschienen.

Lange wurd die Geschichte des Reisens fast ausschließlich als eine Geschichte der ›europäischen‹, ›männlichen‹ Mobilität konstruiert und beschrieben, ohne jedoch das Geschlecht und das Weißsein der Reisenden explizit zu thematisieren. Unser Sammelband nimmt dies zum Anlass, den Fokus auf Reisen nach Europa zu richten, die ›Nicht-Europäer_innen‹ die Möglichkeit gaben, einen Blick auf ›Europa‹ zu werfen und sich selbst ein Bild davon zu machen.

Aus postkolonialer und geschlechterhistorischer Sicht stellen die neun Beiträge des Sammelbandes den (Selbst-)Darstellungen ›Europas‹ Perspektiven gegenüber, die sich in einem Spannungsfeld zwischen Übereinstimmung, Widerspruch und Oszillation bewegen.

»Estamos en Cuarentena« im Band Circulaciones, Tránsitos y Traducciones

Oktober 2021

Der Band Ciculaciones, Tránsitos y Traducciones en la Historica de la Educación ist beim argentinischen Verlag UNIPE erschienen. Es handelt sich um eine Sammlung von 15 Beiträgen, die sich mit Blick auf Zirkulation, Transfer und Übersetzung mit der Geschichte der Bildung (in Argentinien) befassen.

In meinem (spanischsprachigen) Beitrag gehe ich dem Transit von Ideen ›des Anderen‹ nach, indem ich mich mit Quarantänemaßnahmen und dem Hygienediskurs in historischen Reiseberichten befasse. Im Fokus steht dabei insbesondere die Verflechtung von (›un/gesundem‹) Körper und Raum, die sich angesichts der COVID19-Pandemie auch in der Gegenwart abzeichnet.


#travelboomerang im Band Mikroformate

Juni 2021

Der Band Mikroformate ist bei kopaed erschienen und enthält meinen Beitrag zum #travelboomerang.

Darunter finden sich auf Instagram boomerangs, die zur Reisedokumentation genutzt werden. Im Beitrag nehme ich den boomerang als spezifisches Mikroformat in den Blick, dessen Form einer (Unter)Ordnung des Inhalts bedarf, die sich im Kontext des Reisens und vor dem Hintergrund postkolonialer Theorie ebenso als (Unter)Ordnung des dargestellten ›Anderen‹ offenbart.


Cover der Dissertation "Doing Journeys" von Lilli Riettiens

Doing Journeys bei transcript

März 2021

Soeben ist meine Dissertation Doing Journeys bei transcript erschienen.

Im Spannungsfeld von Körper und Raum beleuchte ich die geografischen und sozialen Räume, die durch die Bewegung reisender Körper auf textueller Ebene entstehen.


Schreiben Sie mir gerne eine Nachricht über das Kontaktformular oder folgen Sie mir auf twitter: @lilliriettiens oder mastodon: @lilliriettiens@bildung.social