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Von »Red Flag« (1971) zu »Messer-Schnuller-Hände« (1981): Ein Close-Reading von Judy Chicago und Renate Bertlmann
Friederike Nastold

In meinem Beitrag möchte ich einen Blick zurück in die 70er Jahre werfen: Feministische Künstlerinnen wie Judy Chicago oder Renate Bertlmann setzen sich in ihren Arbeiten mit dem weiblich gelesenen Körper, Sexualitäten und Begehren auseinander. Ihre Arbeiten sollen affekttheoretisch mit psychoanalytischen Konzepten der Scham und des Ekels que(e)rgelesen und reaktualisierend befragt werden.
JProf. Dr. Friederike Nastold ist Juniorprofessorin für Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Gender Studies an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und stellvertretende Direktorin des Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung in Oldenburg. Forschungsschwerpunkte: Porn Studies, Kunst- und kulturwissenschaftliche Geschlechterforschung, Human-Animal Studies, Queer Theory. Zuletzt veröffentlichte sie die Monografie: »Zwischen I see you und Eye Sea You. Blick, Repräsentation, Affekt« (Weimar: vdg 2022).
E-Mail: friederike.nastold@uol.de
blood and data down the drain? Menstruation zwischen Körper, Leib und Wissen
Lilli Riettiens

Ausgehend von exemplarischen Einblicken in eine Menstruations-App widmet sich der Vortrag der wechselseitigen Beeinflussung von Körper, Leib und Wissen. Denn: Was macht ein spezifisches Körperwissen damit, wie Menstruierende ihre Körper spüren?
JProf’in Dr. Lilli Riettiens ist W1-Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Theorien der Bildung und Erziehung an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Vor dem Hintergrund [queer]feministischer und postkolonialer Theorien forscht sie vor allem Fragen nach Othering- und [A]Normalisierungsprozessen sowie nach den Geltungsreichweiten von Wissen.
Credits: Lilli Riettiens
Periodisierung. Brauchen wir eine historische Menstruationsforschung?
Kerstin Mayerhofer

Fehlende Selbstzeugnisse, fehlende Ressourcen – wie so historische Menstruationsforschung betreiben? Geht das? Und: brauchen wir sie überhaupt? Von Hürden, Aufgaben, und Potenzialen der historischen Menstruationsforschung berichtet dieser Vortrag.
Dr. Kerstin Mayerhofer promovierte 2023 an der Universität Wien mit einer Doktorarbeit zum Motiv der jüdischen männlichen Menstruation als Verflechtung von vormodernem Sexismus und Antisemitismus. Kerstin war Fellow am Institut für Kulturwissenschaft (IFK) Wien, an der University of St Andrews und der Hebrew University of Jerusalem und steht seitdem im regelmäßigen Austausch mit Menstruationsforscher:innen weltweit. 2023 kehrte Kerstin als Post-Doc ans Institut für Judaistik der Universität Wien zurück und forscht weiterhin zu Menstruation als kulturhistorisches Konstrukt und als Analysekategorie zur Sichtbarmachung historischer, politischer und gesellschaftlicher Prozesse.
Bildcredits: Praxiteles, Aphrodite von Knidos, ca. 350–40 v.Z. Sammlung Ludovisi, Römische Marmorkopie. Wikicommons. Bearbeitet von Kerstin Mayerhofer.

