English version below
Im April 2026 haben wir final die Ergebnisse des Forschungsprojekts Ganztag digital. Digitale Medien und Medienbildung in der sozialen Welt der Ganztagsschule open access veröffentlicht. In dem vom BMBF geförderten Projekt haben wir mit Kolleg_innen der TH Köln, Universität zu Köln, Philipps-Universität Marburg sowie des Grimme-Instituts untersucht, inwiefern sich im Kontext der Ganztagsschule Medienbildung ermöglichen lässt.
In unserem Text Kompetenzgrenzen im (digitalen) Wandel: Schüler:innen zwischen Orientierung, Kritik und generationaler Ordnung finden sich Ergebnisse aus unserem Teilprojekt geleitet von Kai-Uwe Hugger und ANgela Tillmann, in dem wir uns der Perspektive von Schüler_innen auf den digitalen Wandel gewidmet haben.
Was sich zeigte:
- Vor dem Hintergrund von gegenwärtigen Mediatisierungs- und Entgrenzungsprozessen deutet sich ein Verschwimmen der Zuständigkeiten zwischen formalen und informellen Bildungskontexten an.
- Gleichzeitig wird der institutionelle Lernzusammenhang (in) der Schule seitens der Schüler:innen immer noch als zentral für Orientierung angesehen wird.
- Schüler:innen kritisieren inkonsistente Regelungen und fehlende Unterstützung, stellen die medienbildungsrelevanten Kompetenzen von Lehrkräften und Eltern teils infrage und justieren Kompetenzverhältnisse bspw. über Peers neu.
Unsere Befunde zeigen damit eine doppelte Bewegung: Eine Selbstorganisation jenseits des Unterrichts bei gleichzeitiger Erwartung an Schule und Lehrkräfte, medienbildungsrelevante Kompetenzen (instrumentell, kritisch-ethisch, didaktisch) systematisch aufzubauen. Damit deuten die Aussagen der befragten Schüler:innen darauf hin, dass sowohl die generationale als auch die pädagogisch-institutionelle Ordnung trotz Kritik nicht oder kaum in Frage gestellt werden.
Was für mich als PostDoc in Köln begann, hat zu einer langjährigen kollegialen Zusammenarbeit auch während meiner W1-Professur in Mainz geführt. Es ist schön, nun auf deren Ergebnisse zu blicken.
In April 2026, we finally published the results of the research project Ganztag digital. Digitale Medien und Medienbildung in der sozialen Welt der Ganztagsschule (Digital All-Day School: Digital Media and Media Education in the Social World of the All-Day School) as open access. In this BMBF-funded project, we worked together with colleagues from TH Köln, the University of Cologne, Philipps University Marburg, and the Grimme Institute to investigate how media education can be enabled within the context of all-day schooling.
Our text Kompetenzgrenzen im (digitalen) Wandel: Schüler:innen zwischen Orientierung, Kritik und generationaler Ordnung (Boundaries of Competence in (Digital) Transformation: Students Between Orientation, Critique, and Generational Order) presents findings from our subproject, which focused on students’ perspectives on digital transformation.
What we found:
- Against the backdrop of current processes of mediatization and boundary dissolution, the responsibilities between formal and informal educational contexts appear to be blurring.
- At the same time, students still regard the institutional learning context of (and within) school as central to their orientation.
- Students criticize inconsistent rules and a lack of support, in some cases question the media education-related competencies of teachers and parents, and renegotiate competence relations — for instance, through peers.
Our findings thus reveal a double movement: self-organization beyond the classroom, alongside a continued expectation that school and teachers systematically build media-education-related competencies (instrumental, critical-ethical, and didactic). The statements of the students surveyed therefore suggest that, despite this criticism, both the generational and the educational-institutional order remain largely unchallenged.
What began for me as a postdoc in Cologne has grown into a long-standing collegial collaboration that continued through my assistant professorship in Mainz. It’s lovely to now look at its results.
