[text] Bildungstheoretische Potenziale im Kontext schülerischer Subjektivation unter Bedingungen von Digitalität

Der Sammelband Bildung und Digitalität. Verhältnisbestimmungen und (Re)Perspektivierungen, herausgegeben von Marlene Pieper und Till Neuhaus, ist erschienen und mit ihm ein Beitrag von mir.

Auf Basis exemplarischer Interviewauszüge mit Schüler_innen der Sekundarstufe I rekonstruiere ich zunächst, wie diese auf Adressierungen seitens der Lehrpersonen reagieren, vermeintlich bereits medienkompetent zu sein. Während einige berichten, regelrecht stolz zu sein, verweigern sich andere und reagieren widerständig.

Hier setze ich mit anerkennungs- und bildungstheoretischen Überlegungen an und verfolge die These, dass Schüler_innen in (mindestens) zweierlei Hinsicht in Schule gebildet werden, wobei eine Unterscheidung von Digitalisierung und Digitalität zentral ist. Abschließend diskutiere ich das Potenzial, Bildung als Entfremdung eines jeweiligen ontologischen Horizontes zu vestehen.

Die zugrundeliegenden leitfadengestützten Interviews entstanden im Rahmen des BMBF-geförderten Projektes Ganztag digital. Digitale Medien und Medienbildung in der sozialen Welt der Ganztagsschule. Ich danke nochmals allen Beteiligten ausdrücklich für die kollegiale Zusammenarbeit und dafür, dass ich das Interviewmaterial für den vorliegenden Artikel nutzen durfte – allen voran Kai-Uwe Hugger und Angela Tillmann.

[workshop] PERIOD. Transdisziplinäre Perspektiven auf Menstruation

10./11. Oktober 2024

Gemeinsam organisieren Lisa Anders, Lisa Henke und ich den Workshop PERIOD. Transdisziplinäre Perspektiven auf Menstruation an der JGU Mainz.

Für weitere Informationen und zum Programm bitte hier entlang.

Zum PERIOD.Zine geht’s hier entlang.


Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung durch das Georg Forster Forum sowie das Institut für Erziehungswissenschaft der JGU Mainz.

[seminar series] Erziehungswissenschaft und Postkolonialismus

Im Sommer 2024 organisiere ich die Vorlesungsreihe ›Aktuelle Debatten in der Erziehungswissenschaft‹. Als nach wie vor ›aktuelle Debatte‹ – nicht nur in der Erziehungswissenschaft – erweisen sich Kritiken und Fragen, die insbesondere durch Postkoloniale Theorien angestoßen wurden und werden. Entsprechend widmet sich die Ringvorlesung im Sommer 2024 dem übergeordneten Semesterthema ›Erziehungswissenschaft und Postkolonialismus‹. 

Dabei geht es einerseits um Debatten, die außerhalb der Erziehungswissenschaft geführt werden, die in der Öffentlichkeit und in den Medien sowie in pädagogischen Handlungsfeldern zentral sind. Andererseits geht es um die damit verbundenen Diskurse innerhalb des Faches

Neben regulären Vorlesungssitzungen zur inhaltlich-theoretischen Grundlegung setzt sich die Vorlesungsreihe aus Gastvorträgen durch Mitglieder unseres Institutes für Erziehungswissenschaft der JGU Mainz sowie durch externe Wissenschaftler_innen zusammen. Diese gehören teils anderen wissenschaftlichen Disziplinen wie beispielsweise der Geschichtswissenschaft an, um das Semesterthema auch interdisziplinär zu beleuchten und zur kritischen Reflexion anzuregen.

[text] »Medienbildungsrelevante Kompetenzen bei Lehrkräften in der Kritik«

Der Tagungsband Pädagogische Institutionen des Jugendalters in der Krise, herausgegeben von Karin Bock et al., ist erschienen und mit ihm der Beitrag von Kai-Uwe Hugger, Angela Tillmann und mir.

Im Beitrag rekonstruieren wir anhand der Befunde einer empirisch-qualitativen Studie mit Schüler_innen (Sek. I), wie diese den digitalen Wandel an Schulen wahrnehmen und sich dazu positionieren. Dabei fokussieren wir insbesondere die Wahrnehmung der Schüler_innen zu den [veränderten] medienbildungsrelevanten Kompetenzen von Lehrkräften und dem wahrgenommenen Wandel von Kompetenzverhältnissen.

Hugger, Kai-Uwe/Tillmann, Angela/Riettiens, Lilli (2024): Medienbildungsrelevante Kompetenzen bei Lehrkräften in der Kritik. Wie Schüler:innen den krisenhaften digitalen Wandel an Schulen erleben, in: Karin Bock et al. (Hrsg.): Pädagogische Institutionen des Jugendalters in der Krise, Wiesbaden: Springer VS, 227-247.
DOI: 10.1007/978-3-658-43602-5_11

[text] Digitalität im ›Handbuch Optimierung‹

Das interdisziplinäre Handbuch Optimierung, herausgegeben von Markus Dederich und Jörg Zirfas, ist erschienen und mit ihm ein Handbuchartikel von Sandra Hofhues und mir zur Digitalität.

Darin beleuchten wir Optimierungslogiken in der Digitalität, die sich in sozialen bzw. kulturellen Ausdrucksformen der Gegenwartsgesellschaft abzeichnen. Im Beitrag machen wir dies an algorithmischen Präfigurationen fest und verfolgen damit das Ziel, Digitalität und Optimierung in ihrer wechselseitigen Verwobenheit zu skizzieren – beispielhaft am formalen Bildungskontext Schule. Dort vermischen sich Vorstellungen vom Lernen mit bildungspolitischen Erwägungen in Richtung der Steuerbarkeit von Bildung durch Daten, die sich in der Digitalität wiederum in Form soziotechnischer Systeme materialisiert.

Damit verbunden sind aus unserer Sicht außerdem Überlegungen zu unserem Doing Research und der Konstitution des Systems Wissenschaft.

Hofhues, Sandra/Riettiens, Lilli (2024): Digitalität, in: Markus Dederich/Jörg Zirfas (Hrsg.): Optimierung. Ein interdisziplinäres Handbuch, Stuttgart: Metzler, 317-321.
DOI: 10.1007/978-3-662-67307-2_45

[projekt] Transatlantische Zirkulation von pädagogischem Wissen

im Kontext von Körper, Erziehung und Nation

English version below

Im Januar 2024 ist das Anforschungsprojekt DaRiA. Diems auf Reisen in Argentinien. Zur transatlantischen Zirkulation pädagogischen Wissens in der Mitte des 20. Jahrhunderts angelaufen.

Gefördert von der Internen Forschungsförderung der JGU Mainz untersuchen Eduardo Galak, Daniela Mansi (beide Universidad Nacional de La Plata, Argentinien), Niklas Karges (JGU Mainz) und ich, inwiefern sich die Reise von Carl und Liselott Diem 1961 nach Argentinien und die mit ihr verbundenen Vor- und Nachwirkungen als Zirkulation von pädagogischem Wissen im Kontext von Körper, Erziehung und Nation begreifen lassen.

Der frühere Olympia-Teilnehmer und Funktionär Carl Diem, der eine zentrale Rolle beim Aufbau und der späteren Organisation des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibeserziehung gespielt hatte, bekleidete auch nach Kriegsende noch hohe sportliche Ämter (Becker 2022; Bernett, Teichler, und Bahro 2008; Bernett 1983). So führte ihn unter anderem seine Funktion als Werberedner der Deutschen Olympischen Gesellschaft gemeinsam mit seiner Frau, der Sportpädagogin Liselott Diem, 1961 nach Argentinien (Buschmann und Lennartz 1997). Auf Einladung der argentinischen Behörden sollten sie die argentinische Sportverwaltung in einer Zeit dortiger politischer Instabilität und zunehmender Debatten um eine ›argentinische Identität‹ bezüglich der Implementation der nationalen ›Leibeserziehung‹ in Schulen beraten. Daneben hielten sie Vorträge und zeigten Lehrfilme vor einem Publikum, das hauptsächlich aus sportpädagogischen Fachkräften und Sportstudierenden bestand.

Weiterführendes zum Projekt findet sich hier.


English version

In January 2024, the research project Diems‘ Journeys to Argentina. On the transatlantic circulation of pedagogical knowledge in the middle of the 20th century started.

Funded by JGU Mainz’s internal research funding programme, Eduardo Galak, Daniela Mansi (both Universidad Nacional de La Plata, Argentina), Niklas Karges (JGU Mainz) and I are investigating the extent to which Carl and Liselott Diem’s 1961 trip to Argentina and its associated before and after effects can be understood as a circulation of pedagogical knowledge in the context of body, education and nation.

The former Olympic participant and functionary Carl Diem, who had played a central role in the establishment and later organisation of the National Socialist Reichsbund for Leibeserziehung, continued to hold high sporting offices after the end of the war (Becker 2022; Bernett, Teichler, and Bahro 2008; Bernett 1983). Among other things, his role as a publicity spokesperson for the German Olympic Association took him to Argentina in 1961 together with his wife, sports educator Liselott Diem (Buschmann and Lennartz 1997). At the invitation of the Argentinian authorities, they were to advise the Argentinian sports administration on the implementation of national ›physical education‹ [Leibeserziehung] in schools at a time of political instability there and increasing debates about an ›Argentinian identity‹. They also gave lectures and showed educational films to an audience consisting mainly of physical educationalists and sports students.

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[talk] Das Virtuelle [in] der Bildung | SFB1567

Ruhr-Universität Bochum | 09./10. November 2023

Recht kurzfristig wurde ich eingeladen, im Rahmen des Workshops ›Virtuelles Erzählen‹ des Teilbereichs B ›Wissen‹ des SFB1567 ›Virtuelle Lebenswelten‹ an der Ruhr-Universität Bochum einen Vortrag zu halten. Hier finden Sie meinen – in seiner Form etwas angepassten – Vortrag über Virtualität [in] der Bildung.

Darin adressiere ich anhand zweier Problematisierungen zunächst eine vermeintlich ontologische Differenz von Virtualität und Wirklichkeit. In Anlehnung an Sybille Krämers überraschend simple und doch treffende Feststellung, dass »[w]enn ein Begriff zur Leerformel zu erstarren droht, […] ein wortgeschichtlicher Rückblick [lohnt]« (Krämer 2022, 10), unternehme ich anschließend den Versuch, dem potenziellen Verkommen der Virtualität zur Leerformel entgegenzutreten, indem ich etymologisch zurückblicke. Über jenen Rückblick gelange ich zur Annahme, dass es sich bei Virtualität um einen Möglichkeitsraum handeln könnte. Indem ›möglich‹ das ist, »was (noch nicht) wirklich geworden ist« (Mosayebi 2023: o. S.), schwindet jene vermeintliche ontologische Differenz zwischen Virtualität und Wirklichkeit (im Gegensatz zum Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktionalität), besteht letztere doch »nur aus realisierten Möglichkeiten und ist daher nichts grundsätzlich anderes als die momentan noch unrealisierten Möglichkeiten« (Welsch 2018: 200).
Und diese Annahme ist es, die die Grundlage meiner den Vortrag abschließenden Überlegungen zur Virtualität [in] der Bildung darstellt:

Mit Mollenhauer lässt sich ein »prinzipiell riskante[r] Vorgriff auf Künftiges« (Mollenhauer 1981, 68) als Konstitutivum eines jeden Bildungsprozesses und einer jeden pädagogischen Handlung ausmachen. Wenn Virtualität unter anderem als Möglichkeitsraum verstanden wird, der sich in der Gegenwart aufspannt, um das zu beschreiben, was noch nicht wirklich geworden ist, dann gelangt eine der Bildung und Erziehung innewohnende Virtualität an die Oberfläche, die sich grundlegend von einer Fiktionalitätunterscheidet, denn: Für die Zukunfts-Antizipationen in Erziehung und Bildung geht es nicht darum, ob das Dargestellte oder Imaginierte ›tatsächlich der Fall‹ wird – es geht nicht um das Prüfen eines ontologischen Status erzählter oder imaginierter Sachverhalte, also um »eine Unterscheidung im Insgesamt des Seienden« (Welsch 2018, 202). Vielmehr geht es darum zu erkennen, dass die Frage nach dem ›Wohin‹ und der Vorgriff auf ein mögliches Künftiges konstitutiv für jeden Erziehungs- und Bildungsprozess sind. Damit wohnt jeder gegenwärtigen ›[Erziehungs-]Wirklichkeit‹ immer schon etwas Virtuelles inne und vice versa.

Literatur
Krämer, Sybille. 2022. Kulturgeschichte der Digitalisierung. Aus Politik und Zeitgeschichte 72 (10–11): 10–17.
Mollenhauer, Klaus. 1981. Die Zeit in Erziehungs- und Bildungsprozessen. Annäherungen an eine bildungstheoretische Fragestellung. Die deutsche Schule 73: 68–78.
Mosayebi, Elli. 2023. Thesaurus ›Virtualität‹. online.
Welsch, Wolfgang. 2018. ›Wirklich‹. Bedeutungsvarianten – Modelle – Wirklichkeit und Virtualität“. In Medien – Computer – Realität: Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien, herausgegeben von Sybille Krämer, 5. Aufl., 169–212. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

[tagung] »what’s the story, Internet?«

30.11.-02.12.2023 | Universität zu Köln

Gemeinsam organisieren Michaela Kramer, Peter Moormann, Konstanze Schütze, Christina Vollmert und ich eine transdisziplinäre und internationale Tagung zu Narrationen und Storytelling unter den Bedingungen der  (Post-)Digitalität und Intermedialität an der Universität zu Köln.

Erzählungen und Geschichten sind und waren gesellschafts- und kulturübergreifend von Bedeutung für die Menschheit und lassen sich als grundlegende Form der Welterzeugung und Aneignung begreifen. Dabei sind Medien und das Erzählen von Geschichte(n) eng miteinander verwoben – nicht nur, weil Menschen in, über und durch Medien Geschichte(n) erzählen, sondern ebenso, weil Medien das zeit- und raumübergreifende/-überdauernde Erzählen ermöglichen und gleichsam formen.

Vor diesem Hintergrund gerät in den Blick, dass die Arten und Weisen, wie jene Geschichten erzählt werden und mit welchem Ziel/zu welchem Zweck sie erzählt werden, historisch unterschiedlichen Konventionen folgen. Dies gilt es auch methodologisch-methodisch zu reflektieren. Unsere zentralen Fragen lauten:

  • Welche stories/Geschichten erzählen Menschen in, über und durch Medien?
  • Wie schreiben stories/Geschichte(n) und bedingen Gegenwart(en)?
  • (Inwieweit) Werden Geschichten/wird Geschichte in der digitalen Gegenwart verändert hervorgebracht und welche Kontinuitäten zeigen sich?

Hier geht’s zu Anmeldung & Programm

Sektionstagung Historische Bildungsforschung | HU Berlin 2023

Humboldt-Universität zu Berlin | 11. bis 13. September 2023

English version below

Vom 11. bis 13. September fand an der Humboldt Universität Berlin die Jahrestagung der Sektion Historische Bildungsforschung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft statt. Organisiert von Marcelo Caruso, Till Kössler und Sabine Reh diskutierten wir Fragen von Freiheit und Gleichheit in der Bildungsgeschichte, wobei neben gegenstandsbezogenen und method(olog)ischen insbesondere auch wissensgeschichtliche und (standpunkt)epistemologische Fragen in den Fokus rückten.

Wie können wir Un/Gleichheit (historisch) beforschen? Und welche Rolle spielt Bildung darin, wenn wir davon ausgehen, dass es sich bei ihr um ein »Scharnier [handelt], das in beide Richtungen funktioniert« (Thomas Mergel | Podiumsdiskussion)?

Epistemologische Fragen wurden ebenfalls im Zuge der Eröffnung des Digital History of Education Lab der Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung adressiert, die vor allem im Anschluss an die Keynote von Torsten Hiltmann kritisch diskutiert wurden. Denn: (In)Wie(fern) verändert sich (bildungs)historisches Forschen angesichts von Digitalisierung und unter Bedingungen von Digitalität? Transformieren sich tatsächlich die grundlegenden Logiken?

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde zudem ein neuer Vorstand gewählt: Esther Berner, Michèle Hofmann und Michaela Vogt. Und ein großer Dank wurde und wird Marcelo Caruso für seine Arbeit als bisheriger Vorstandsvorsitzender zuteil.

Im Vorfeld der Sektionstagung fand zudem das 15. Forum junger Bildungshistoriker_innen statt, bei dem 15 Promovierende die Gelegenheit hatten, ihre Projekte – unabhängig des Tagungsthemas – vorzustellen und zu diskutieren. Organisiert wurde das Forum von Andreas Oberdorf und Stefanie Vochatzer und ich selbst hatte das Vergnügen, als Chair des Panels zu Erziehungs- und Bildungsmedien zu fungieren.

Auch die Sprecher_innen der Emerging Researcher wurden neu gewählt, da die Amtsperiode(n) von Andreas Oberdorf endete. Die Wahl fiel auf Anna Strunk und Stefanie Vochatzer, die unmittelbar mit Überlegungen zur Ausgestaltung des 16. Forums junger Bildungshistoriker_innen begannen.


[English Version] From 11 to 13 September the Conference for the History of Education of the German Society for Educational Research was held at the Humboldt University Berlin. Organised by Marcelo Caruso, Till Kössler and Sabine Reh, we discussed questions of Freedom and Equality in the History of Education, focusing not only on method(olog)ical aspects but also on the history of knowledge and epistemologies.

How can we investigate in/equality (historically)? And what role do education and Bildung play in this, if we assume that they are a »hinge that works in both directions« (Thomas Mergel | panel discussion)?

Epistemological questions were also addressed in the course of the opening of the Digital History of Education Lab of the Research Library for the History of Education, which were critically discussed after Torsten Hiltmann’s keynote: (How) Does (educational) historical research change in the face of digitalisation and under the digital condition? Are the underlying logics really being transformed?

A new Executive Commitee was also elected at the general assembly: Esther Berner, Michèle Hofmann and Michaela Vogt. And a big thank you went and will go to Marcelo Caruso for his work as the speaker of the EC in the past years.

In the run-up to the conference, the 15th Forum of the Emerging Researchers in the History of Education took place, where 15 doctoral students had the opportunity to present and discuss their projects. The forum was organised by Andreas Oberdorf and Stefanie Vochatzer and I myself had the pleasure of chairing the panel on educational media.

The speakers of the Emerging Researchers were also (re-)elected as Andreas Oberdorf’s term(s) ended. The choice fell on Anna Strunk and Stefanie Vochatzer, who immediately began to reflect on the design of the 16th Forum of Emerging Researchers in the History of Education.

[discussant] Customized Diversity? | ECER2023

University of Glasgow | 22-25 August 2023

At the end of August, the University of Glasgow hosted this year’s ECER (European Conference on Educational Research) on the theme The Value of Diversity in Education and Educational Research, at which I was able to give a talk (see previous post) as well as act as a discussant. My stay there was financially supported by the internal research funding of Johannes Gutenberg University Mainz.

Valentin Dander (HCH Potsdam), Theo Hug (University of Innsbruck) and Rachel Shanks (University of Aberdeen) had organised the Symposium with the titel Customized Diversity? Critical Explorations of Educational Capitalism to address the following questions:

  • How are today’s globalized assemblages of educational capitalism relevant to issues of diversity?
  • What kind of ideas and values are underpinning the concept and where do they come from?
  • Which goals, methods and forms of critical media education are important to strengthen democratic and sustainable development paths in media development, in the use and design of digital media?
  • What is the role of media educational research for designing for knowledge diversity and viable futures of education?

The symposium consisted of Four Talks, which I then had the opportunity to comment on and discuss:

  1. Adaptive Learning – the New Mantra? Ideas About the Use of New Technology in Tomorrow’s School (Geir Haugsbakk & Siri Wieberg Klausen | Norway University of Applied Sciences (INN University))
  2. Changing Knowledge Ecologies in Educational Research Production in Austria, Germany, and Italy: Towards Customized Knowledge Diversity? (Ulrike Stadler-Altmann | Humboldt University of Berlin, Barbara Gross | University of Technology Chemnitz & Theo Hug | Universität Innsbruck)
  3. The Future of Our Children in the Hands of Three Giants Called McGoogle, MacMicrosoft and Fitzapple (Andrew McLaughlin & Rachel Shanks | University of Aberdeen)
  4. Teaching for Digital Citizenship: Affective Polarization in Scottish Schools (David Lundie | University of Glasgow)

In my Commentary, I was particularly concerned with highlighting what I saw as the connecting lines to then open up two perspectives to stimulate further discussions: firstly, a somewhat historically-informed perspective on the re-appearance of the reduction of Bildung and education; secondly, reflections on the objectification of knowledge that ›plays beautifully into capitalism’s cards‹.

Connecting Lines: The Involvement of Tech Companies in the Context of Education and The Question of Knowledge and it’s Re-Production

Line I: On a level that may seem superficial at first, appears the ›Provision‹ of Learning Tools by Tech Companies. The talks addressed an important point that also Shoshana Zuboff emphasises: The accumulation of ›knowledge and knowers‹. Zuboff writes that »intellect and expertise […] [are] being concentrated in a handful of companies« (Zuboff 2018: 222) – which weighs heavily in the educational context in that »schools and teachers, rather than having a feast at a digital banquet, find their menus reduced. Their ability to choose the best tools replaced by resourcefulness, the most competent making the best of what is available.« (McLaughlin/Shanks). Timewise the education sector is lagging behind. Where capital, technical know-how, marketing know-how and data are accumulated, however, things move quickly.
Line II: The papers addressed that in the face of frequent Technological Optimism all too often there are positivist accounts of supposed customisation due to increasing ›knowledge‹ about – in this case – learners.

To be continued. Perspective I

What becomes apparent, in my view, is firstly the historically recurring emergence of a Reduction of Bildung and Education. This reduction is based on ideas of measurability and evidence (among others Aronova et al. 2017; Hofhues/Riettiens 2023/in press; Selwyn et al. 2023). Here, an orientation towards optimisation logics becomes apparent, because: Particularly in the context of learning tools and learning analytics it is suggested that, for example, learning processes can be made more ›effective‹ through digital data and can thus be optimised. (Digital) Data appear here both as an ›objective‹ means of description and as a kind of ›universal remedy‹ with which processes can be better analysed and optimised. Those developments around the collection, evaluation, and use of data in contexts of formal education thus become readable as an understanding of learning characterised by optimisation. This is interested in evidence, follows the desire for controllability of Bildung and education, and materialises in socio-technical systems. At the same time, it perpetuates the data-based attempt at precise predictions and determinability with regard to human beings as deficient beings that need to be further developed (among others Dederich/Zirfas 2021). However, human beings – according to my critique – do not fully merge into this (see previous post).

To be continued. Perspective II

With regard to the production of knowledge my second perspective moves in the interplay of education, Bildung and capitalism: learning tools and the like are based on path logics that limit the »space of possibilities«, because »in a sense [they] put the learners on rails« (Seemann et al. 2022: 52). These rails take a discursively negotiated and narrowed path that leads the learners to the next path decision and so on. With Peter Becker and William Clark, for example Adaptive Learning Tools can be read as Little Tools of Knowledge – a concept that originally stems from the research context around bureaucracies and helps analysing »the relations between authority and objectivity« (Becker/Clark 2001: 1; Garz/Riettiens 2023). The focus here is thus on the epistemic effects of those tools, which arise in particular from the fact that the knowledge reduced in them is given a kind of objective coating.
Peter Becker and William Clark refer to the concept of dehumanisation, which they trace back to Weber’s reflections on capitalism: capitalism would function all the better, »the more [bureaucracy; L. R.] ›dehumanizes [entmenschlicht],‹ […]. Instead of the personal interest, favor, grace, gratitude, which motivated the master of older orders, modern culture, the more complex and specialized it becomes, demands, for the external apparatus underpinning it« (Weber 1976: 563 in Becker/Clark 2001: 4). Little tools of knowledge thus become a central component of this dehumanised apparatus and appear like disembodied »self-evident facts and truths« (Becker/Clark 2001: 5; see also Haraway 1988; Preciado 2021).
My discussant point was and is therefore the following: Dehumanisation and Disembodiment seem to be increased by Technification and Digitisation, which is especially problematic regarding the tech companies behind them and their capitalist interests. For when we talk about former top managers of Google (Haugsbakk/Wieberg Klausen) or giant tech companies founding, financing, and providing concepts, platforms as well as learning and analytic tools in the field of education (McLaughlin/Shanks), then the dehumanisation that Weber already described as particularly ›helpful‹ for capitalism is especially problematic. Thus, digitisation can be read as an optimising force in an already highly developed capitalism (Pfeiffer 2021), as: On the one hand, the underlying market-shaped interests are disguised and even given a sometimes positive veneer #charityWashing. On the other hand, the underlying ideas of human beings as deficient beings, who appear to be optimisable if only enough data and consequently ›knowledge‹ about them are available, are also concealed. Contrary to a diversity-sensitive or even diversity-promoting customisation standardisations, normalisations and disciplinarisations are emerging in the disembodied learning tools and platforms, which further nourish ›dehumanised‹ capitalism. [short version]

Bibliography

Aronova, Elena/Oertzen, Christine von/Sepkoski, David (eds.) (2017): Data Histories, in: Osiris. A Research Journal Devoted to the History of  Science and Its Cultural Influences 32.

Becker, Peter/Clark, William (2001): Introduction, in: Little Tools of Knowledge. Historical Essays on Academic and Bureaucratic Practices. Michigan, pp. 1-34.

Dederich, Markus/Zirfas, Jörg (2021): Idealtypen einer pädagogischen Anthropologie der Optimierung, in Henrike Terhart/Sandra Hofhues/Elke Kleinau (eds.): Optimierung. Anschlüsse an den 27. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, pp. 63–81. Opladen.

Garz, Jona T./Riettiens, Lilli (2023): Small Forms and Formats and their Epistemic Effects on [History of Education] Publishing. [Talk]

Haraway, Donna (1988): Situated Knowledges. The Science Question in Feminism and the Privilege of Partial Perspective, in: Feminist Studies, Vol. 14, No. 3, pp. 575-599.

Hofhues, Sandra/Riettiens, Lilli (2023/in press): Digitalität, in: Markus Dederich/Jörg Zirfas (eds.): Optimierung. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart.

Pfeiffer, Sabine (2021): Digitalisierung als Distributivkraft: über das Neue am digitalen Kapitalismus. Bielefeld.

Preciado, Paul (2021): Can the monster speak? Report to an Academy of Psychoanalysts. London.

Seemann, Michael/Macgilchrist, Felicitas/Richter, Christoph/Allert, Heidrun/Geuter, Jürgen (2022): Konzeptstudie. Werte und Strukturen der Nationalen Bildungsplattform. Wikimedia Deutschland. Online [29.08.2023].

Selwyn, Neil/Hillman, Thomas/Bergviken Rensfeldt, Annika/Perrotta, Carlo (2023): Digital Technologies and the Automation of Education — Key Questions and Concerns, in: Postdigital Science and Education 5, pp. 15–24.

Zuboff, Shoshana (2018): Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus. Frankfurt a. M.